Dienstag, 19. August 2014

Von einer leider zu früh eingestellten serie, von einem erfreulichen ereignis und einer weniger erfreulichen statistik und vom stammtisch der turnstundenforderer


Wien, 18.08.2014, 22:40 mez

Liebe freunde und freundinnen des gepflegten volleyballs,

also bevor ich mich dem wenigen was an volleyballrelevantem in der letzten woche passiert ist zuwende und die vorige woche begonnene themenverfehlung fortsetze, muss ich meiner großen freude ausdruck verleihen und ein ganz herzliches WELCOME BACK OTTO KAR aussprechen. Ich freue mich riesig, dass user otto kar rückfällig geworden ist und letzte woche endlich wieder einen kommentar geschrieben hat. Schön. Ist. Das. Und ich und – da bin ich mir absolut sicher – auch meine werten leserinnen und meine werten leser freuen uns schon auf weitere beiträge von Otto Kar.

Das volleyballgeschehen der letzten woche lässt sich, leider, wieder relative kurz abhandeln. Die österreichischen beachvolleyballmeisterschaften wurden ausgetragen. Bei den damen gewannen zass/hansel vor schützenhöfer/plesiutschnig und schwaiger/chukwuma. Bei den herren siegten doppler/horst vor winter petutschnig und eglseer/koraimann (http://oevv.volleynet.at/News/0000087025). Gratulation an alle medaillengewinner auch von dieser stelle aus. Sonst gab’s nicht viel. Nicht einmal über den rekord im dauerbeachvolleyballspielen, der in hartberg aufgestellt wurde, wurde auf der övv-seite berichtet. Statt der angekündigten 30 stunden (http://oevv.volleynet.at/News/All/2014/08/0000086971) sind es dann doch „nur“ 26 stunden geowrden (http://tvthek.orf.at/program/Steiermark-heute/70020/Steiermark-heute/8307124/Sport-Beachvolleyball-Weltrekordversuch/8308137). Respekt an alle beteiligten zur ausdauer. Die bedeutung für den österreichischen volleyballsport habe ich hier schon letzte woche hinterfragt, also betätige ich mich diesmal nicht als spaßbremse und  lass’ das diese woche lieber.

Sonst war wieder einmal tote hose. Dabei gäbe es so viele dinge, die mich – und ich bin mir sicher auch meine werten leserinnen und meine werten leser – brennend interessieren würden, also einmal abgesehen von antworten auf die traditionell am ende meiner einträge stehenden fragen. Also mir würden gleich einmal zwei folgen meiner zweitliebsten serie auf der övv-homepage „austria volleyballteam blo(ck)g 2014“, einfallen. Die serie ist ja nach nur 5 folgen ziemlich abrupt beendet worden. 2013 waren es noch deutlich mehr, nämlich 8. Ob mein etwas kritischer kommentar zum blo(ck)g von max thaller etwas damit zu tun hat, lasse ich dahingestellt, um etwaigen vorwürfen der maßlosen selbstüberschätzung gleich den wind aus den segeln zu nehmen (http://oevv.volleynet.at/News/0000086828). Also ich könnte mir vorstellen, dass ein beitrag von olli binder darüber ob und, wenn ja, wie und wo er seine karriere fortsetzen wird, großes interesse fände. Ein beitrag von aleks blagojevic mit dem titel „mein leben als u-boot und mein plötzliches auftauchen im österreichischen nationalteam und welche rolle uhtt dabei spielte“, würde sicher auch auf großes interesse stoßen. Uhpir könnte in einem langen artikel – selbstverständlich mit foto, auf dem er forsch dreinblickt - erklären, warum es ihm nicht möglich war, eine 1. bundesliga mit zehn vereinen auf die beine zu stellen. Und uhvp könnte als mevzapräse licht ins dunkel der mevza 2014/2015 bringen und meine befürchtungen zerstreuen, dass die mevza völlig zerbröselt. Welche vereine werden in der mevza spielen und wie wird das format aussehen? Ein screenshot der mannschaftsseite der mevza gibt ja nicht unbedingt zu optimismus anlass.


Na aber weil diese themen auf der övv-homepage nicht abgehandelt werden und weil sonst nicht wirklich viel los war, habe ich mir, sozusagen als beschäftigungstherapie, wieder einmal das alter der heuer an den u17-, u19- und u21-staatsmeisterschaften teilnehmenden burschen angesehen. Die gute nachricht: die entwicklung wird in den letzten drei jahren nicht wirklich schlechter. Die schlechte nachricht: besser wird sie allerdings auch nicht. Und hier die zahlen, die das durchschnittsalter aller der an den staatsmeisterschaften der entsprechechenden alterskategorie teilnehmenden burschen zeigen:


U21
U19
U17
2012
17.8
17.2
15.8
2013
18.4
17.2
15.8
2014
18.2
17.3
15.8
  
Und was sagen uns diese zahlen? Die u17-mannschaften entsprechen vom alter u16-teams, die u19-mannschaften sind eigentlich u17-mannschaften und die u21-teams könnten im u19-bewerb spielen. Von 144 im u21-bewerb genannten spielern waren gerade einmal 14 am alterslimit. Anderseits waren aber 7 14-jährige (!) spieler beim u21-bewerb 2014 dabei. Beim u19-bewerb waren es immerhin 27 von 125 und im u17-bewerb 40 von 119 spielern, die das jeweilige alterslimit erreicht hatten. Damit die u21-staatsmeisterschaften im zuge dieser entwicklung nicht gänzlich zur farce werden, hat man beim övv, nach offensichtlich intensivem nachdenken, das problem erkannt, und das noch dazu ganz ohne brandaktuelle studien, und eine ganz und gar kreative lösung gefunden. Man hat die u21 meisterschaft einfach ersatzlos gestrichen. Na da soll noch einmal jemand sagen der verband würde auf herausforderungen nicht reagieren. Also ich vermisse jetzt angesichts dieser sich über die letzten jahre gezeigten entwicklung irgendwo den warnend ausgefahrenen zeigefinger von uhtt. Mit welchen spielern wird uhtt denn in zukunft im nationalteam arbeiten? Die ergebnisse dieser entwicklung sind schon am jetzigen nationalteam ablesbar. In der schlüsselposition des aufspielers kann uhtt zwischen florian ertl, max thaller und alex tusch, einem 19-, einem 20- und einem 21-jährigen, wählen. Ohne den drei ohne zweifel talentierten spielern nahetreten zu wollen, aber ein übermaß an routine kann und darf man von ihnen (noch) nicht verlangen. Das gleiche gilt für die zweite schlüsselposition, die des diagonalangreifers. Auch da gibt es hinter thomas zass nur mehr sehr junge spieler, den 18-jährigen paul buchegger und den 21-jährigen, unter bislang ungeklärten umständen pardonierten, aleks blagojevic. Also aus dem vollen schöpfen kann uhtt, und das ist ja wohl auch die erklärung für die seltsame reaktivierung des letztgenannten spielers, nicht. Und das wird sich auch in naher zukunft nicht ändern, weil offenbar zu viele burschen ihre volleyballkarriere bereits sehr früh, im alter von 18 oder 19 jahren beenden.

Nach diesem eher tristen ausblick setze ich wieder mit meiner themenverfehlung von letzter woche fort. Also ich habe tatsächlich antworten bekommen auf meine e-mail an den orf. Eine offenbar vorgefertigte kam von oe1.

Amüsiert hat mich der satz „für ihr interesse am klassik- und kulturprogramm oe1 bedanken wir uns...“  Klassik- und kulturprogramm? Aha, jetzt ist mir klar warum man gerade uhpir in oe1 am telefon interviewt hatte. Ich verstehe.

Die antwort von oe3 war persönlicher gehalten.

Trotzdem habe ich mich bemüßigt gefühlt, wie ein ungezogenes kind, zurückzureden und habe folgende e-mail an oe3 geschickt, auf die ich zumindest bisher, für mich wenig überraschend, keine antwort erhalten habe.

Sehr geehrter herr heininger,
vielen dank für ihre antwort auf meine e-mail vom 11. august. Ich freue mich, dass sie sich die die zeit genommen haben auf meine kritik an den auftritten peter kleinmanns als verfechter der täglichen turnstunde in ihrem medium zu antworten. Ich muss allerdings sagen, dass ihre stellungnahme die zentralen kritikpunkte meiner e-mail nicht ausreichend entkräftet. Deshalb möchte ich meine kritik nochmals präzisieren:
Das thema übergewicht bei kindern ist in der tat ein wichtiges. Aber mir ist aus ihrer e-mail nicht klar geworden was herrn kleinmann, einen – wie in meiner ursprünglichen e-mail bereits im detail ausgeführt - mittlerweile bestenfalls mäßig erfolgreichen sportfunktionär, dazu qualifiziert, sich in ihrem medium zu diesem thema ausführlichst äußern zu dürfen? Ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen, dass man herrn kleinmann im orf für einen experten in sachen gesundheits- und schulthemen hält. Es werden doch hoffentlich nicht seine beziehungen zu entscheidungsträgern im orf gewesen sein, die ihm zu diesen auftritten verholfen haben. 
Natürlich verstehe ich auch, dass sie bei live-auftritten an zeitlimits gebunden sind. Und gerade dann hilft es natürlich, wenn sich der interviewer auf das interview sorgfältig vorbereitet und im vorfeld ein wenig recherchiert. Dann bringt man wohl auch in kurzer zeit – im übrigen dauerte der auftritt von herrn kleinmann im oe3-wecker immerhin ganze acht minuten - kritische fragen unter. Zum beispiel hätte sich der kollege die sogenannte studie von nike, auf die sich herr kleinmann in seinem auftritt berief, durchsehen können. Dann wäre ihm wohl das selbe aufgefallen wie mir, nämlich, dass sich das papier von nike in seiner aussage die sinkende lebenserwartung von dicken kindern betreffend auf eine weitere studie stützt, die nicht brandaktuell ist sondern aus dem jahr 2005 stammt, die sich auf die usa bezieht und nicht auf „unsere“ kinder und die eine prognose darstellt und daher ein mögliches aber nicht notwendigerweise unabwendbares szenario beschreibt. Da hätte man den plakativen und populistischen aussagen des herrn kleinmann entschieden entgegentreten können. Dass das nicht passiert ist, ist ärgerlich und schade.
Mit freundlichen grüßen
johann wojta

Ah ja, welche früchte – neben dem hier letzte woche schon dokumentierten gegenwind beispielsweise im leserforum des standard (http://derstandard.at/2000004119835/Taegliche-Turnstunde-koennte-sofort-umgesetzt-werden?ref=article) - die auftritte von uhpir hervorbringen, kann man ja auf seiner facebook-seite nachlesen. Da ziehen diverse hardcorefans von uhpir im besten stammtischstil völlig undifferenziert und verallgemeinernd über blinde, fragwürdige und die verantwortung scheuende politiker her und deren fette gehälter und dienstautos mit fahrer und die unsinnigen krankenkassen – interessant was den leuten so alles einfällt, wenn sie sich über die poltiker ärgern - und über „das volk“ das diese politiker ja selbst gewählt hat. Na ob und wenn ja wen oder was diese herrschaften, die sich dort echauffieren, gewählt haben, möchte ich lieber gar nicht wissen.

Und ganz zum schluss möchte ich mit ein wenig stolz noch erwähnen, dass ich im zusammenhang mit meinen rezenten blogeinträgen heute ein sehr angenehmes und interessantes gespräch mit herrn mag. quasnicka, dem geschäftsführer von fit sport austria (http://www.fitsportaustria.at/main.asp?VID=1&kat1=10&kat2=157&kat3=), über die wichtigkeit von bewegung und breitensport für unsere gesundheit und für die gesundheit unserer kinder und über möglichkeiten und strategien wie man gerade letztere dazu bringt spaß und freude an bewegung zu entwickeln, führen durfte. Mag.quasnicka hat mir auch diesen link https://www.youtube.com/watch?v=aUaInS6HIGo geschickt, den ich meinen geschätzten leserinnen und meinen geschätzten lesern nicht vorenthalten möchte.

Ist uhpir freiwillig oder unfreiwillig aus seinen ämtern bei der bso geschieden?
Wo bleibt die offizielle abrechnung der eurovolley?
Wer ist verantwortlich für die auswahl der werbeagentur, die die werbekampagne für die eurovolley kreiert hat?
Kann der övv pleite gehen?

Im übrigen bin ich der meinung, dass sich an der spitze des övv UND DER LANDESVERBÄNDE, und zwar ganz oben, zum wohle des österreichischen volleyballs möglichst schnell etwas ändern sollte.

Wien 19.08.2014, 01:40 mez



Dienstag, 12. August 2014

Von einer in ermangelung wichtigerer ereignisse zustande gekommenen groben themenverfehlung, vom fettgehalt von kindern und topfen und von einer gar nicht einmal störenden freud'schen fehlleistung der extraklasse


Wien, 11.08.2014, 22:44 mez

Liebe freunde und freundinnen des gepflegten volleyballs,

also ich sag’s lieber gleich, heute wird der eintrag eine totale themenverfehlung werden. Aber ich kann mich ja eigentlich gar nicht dagegen wehren. Im volleyball war ja bis auf ein paar beach events und nachwuchsmeisterschaften in den kategorien u16, u18 und u20 am sand, gratulation natürlich an alle medaillengewinner, relativ wenig los. Also bevor ich mich voll der tehmenverfehlung widme, noch ganz kurz zu zwei meldungen auf der övv-homepage mit bezug zum hallenvolleyball: anton menner wird nächste saison nun doch nicht college-volleyball in den usa spielen sondern bleibt beim uvc graz (http://oevv.volleynet.at/News/0000086958). Das ist erfreulich für die grazer aber wohl auch ein bisschen schade für den toni menner. Die zweite top-meldung ist dem wechsel von max thaller zum französischen ex-meister poitiers gewidmet (http://oevv.volleynet.at/News/0000086965). Poitiers ist aus der dritten liga in die zweite aufgestiegen und man kann in dem artikel auch lesen, dass poitiers vor thaller bereits einen 28-jährigen aufspieler aus bosnien-herzegowina verpflichtet hatte. Ob dieser wechsel ein positiver schritt in richtung karriereentwicklung des max thaller sein wird, ist unter diesen voraussetzungen mehr als fraglich. Ich sehe in dem zusammenhang das schicksal olli binders in deutschland als mehr als warnendes zeichen an der hallenwand. Übrigens hat olli binder anscheinend noch keinen verein gefunden, bei aich/dob gibt es mit rok satler und filip palgut bereits zwei aufspieler auf dem tableau (http://oevv.volleynet.at/Kader/0-18309). Aber wenigstens uhtt sieht thallers wechsel als erfolg und vermutlich auch als beleg für die fortschritte des österreichischen nationalteams. Als solchen sieht uhtt wahrscheinlich auch die rückkehr von aleks balgojevic zu molfetta. Ob uhtt und blagojevic ihren canossagang gemeinsam von wien bis nach molfetta auf knien rutschend absolvierten um diese pardonierung - unter welchen umständen diese zustandegekommen ist wird von övv-seite weiterhin hartnäckig unter verschluss gehalten – zu erreichen, ist leider nicht überliefert. Na aber uhtt freut sich, dass sechs, vielleicht sogar acht teamspieler nächstes  jahr im ausland spielen werden. Das sind zumindest doppelt so viele wie siege der nationalmannschaft in bewerbspielen im jahr 2014, wenn ich mich nicht irre. Na das waren jetzt äpfel und birnen, die ich verglichen habe. Na und?

Und dann gibt es noch einen bericht über einen bevorstehenden weltrekordversuch im dauer-beachvolleyballspielen (http://oevv.volleynet.at/News/0000086971). Na bumm! Lustig? Na mindestens genau so wie die lustigen frisuren. Bedeutung für den österreichischen volleyballsport? Ähnlich wie diese.

Aber jetzt geht’ s im sauseschritt zur angekündigtenn themenverfehlung. Uhpir hat offenbar seit seinem rücktritt als präsident der hotvolleys ein überangebot an tagesfreizeit und die nutzt er für auftritte als die unsägliche turnstunde propagierender amateurwissenschaftler in funk und fernsehen. In dieser funktion legte er auch als berater der bundesregierung deren mitgliedern alle wissenschaftliche studien auf den tisch, wie er in diversen medien betonte. Aber schön der reihe nach: wie schon letzte woche hier berichtet, durfte uhpir beim  grand slam in klagenfurt in einem interview – ziemlich unmotiviert und weder mit dem beachvolleyballevent in klagenfurt noch mit seiner position als övv-präsident in zusammenhang stehend – die tägliche turnstunde bewerben, mit einer sensationellen studie, die unseren kindern ein kürzeres leben voraussagt. Wer geglaubt haben sollte, dass das ein einmaliger ausrutscher in der berichterstattug des orf  gewesen war, der hat die verbindungen von uhpir in richtung orf aber so was von unterschätzt und wurde am dienstag der vergangenen woche eines besseren belehrt und von einer wahren medienoffensive von uhpir im orf überrollt. Da gab’s ein telefoninterview im morgenjournal (http://oe1.orf.at/artikel/383943) und einen auftritt im oe3-wecker (http://oe3.orf.at/stories/2661394/) und natürlich einen mit einem bild eines forsch dreinblickenden uhpir begleiteten bericht auf der övv-homepage und etliche einträge auf der facebook-seite von uhpir, auf die ich auch noch zu sprechen kommen werde (http://oevv.volleynet.at/News/0000086960, https://www.facebook.com/peter.kleinmann.7?fref=ts). Aber zuerst möchte ich mich den auftritten von uhpir im radio widmen. Da fordert er doch allen ernstes ein einsparen von mathematik-, englisch und deutschstunden um zeit für die tägliche turnstunde zu gewinnen (http://oe1.orf.at/artikel/383943). Und begründet hat er das mit einer studie, die vom sportartikelhersteller nike finanziert wurde, die laut uhpir zeigt, dass unsere kinder eine um fünf jahre kürzere lebenserwartung haben werden als ihre eltern (http://www.designedtomove.org/en_US/?locale=en_US). Und da hat’s mir dann wieder einmal gereicht und ich habe mich hingesetzt und recherchiert, das papier von nike durchgelesen, die studie, auf die sich nike in der prophezeiung der kürzeren lebenserwartung dicker kinder beruft, ausgehoben und gelesen und ein paar andere studien zum thema fettsucht bei kindern und bewegungsmangel herausgesucht und folgende e-mail an die redaktion von oe3 und oe1 geschickt:

Sehr geehrte damen und herren der redaktion,
mich hat die von ihrem medium in den letzten tagen, offenbar in ermangelung anderer interessanter themen, wieder aufgewärmte debatte um die sogenannte tägliche turnstunde dazu veranlasst, ihnen diese e-mail zu schicken. Um ehrlich zu sein war der unmittelbare anlass ein am 5. august von ihnen im morgenjournal gesendetes telefoninterview mit dem präsidenten des österreichischen volleyballverbandes und kürzlich zurückgetretenen präsidenten der hotvolleys, peter kleinmann, zu diesem mittlerweile etwas abgedroschenen thema. Herr kleinmann sucht offenbar aus mangel an sportlichen erfolgen - die österreichischen volleyballnationalteams sind unter seiner präsidentschaft erfolglos wie eh und je und seinen verein, die hotvolleys, hat er für die nächsten drei jahre in die 2. liga versenkt - eine öffentliche bühne, um seinem bedürfnis nach ausreichender selbstdarstellung nun als selbsternannter gesundheits- und bildungsexperte nachzukommen. Und diese bühne für seine kampagne zur durchsetzung der täglichen turnstunde bietet ihm – aus welchen gründen auch immer - der orf mit einer geradezu geballten ladung von auftritten beginnend mit einem interview am 3. august anlässlich des beachvolleyball grand slams in klagenfurt, einem live-auftritt im oe3-wecker am 5. august (http://oe3.orf.at/stories/2661394/) und dem besagten telefoninterview am selben tag im morgenjournal (http://oe1.orf.at/artikel/383943). In eben diesem telefoninterview versucht herr kleinmann seiner forderung nach der täglichen turnstunde mit folgender aussage nachdruck zu verleihen: „unsere kinder sind die erste generation die eine kürzere lebenserwartung hat wie (sic!) ihre eltern.... ....im schnitt werden unsere kinder fünf jahre kürzer leben.....“ Und dann versteigt sich herr kleinmann dazu folgendes zu fordern um zeit für die tägliche turnstunde zu schaffen: „das wichtigste ist, dass man zum beispiel stunden wie mathematik oder englisch oder deutsch streichen kann und dafür turnen macht...“ (http://oe1.orf.at/artikel/383943).

Und bei all diesen auftritten beruft sich herr kleinmann auf eine studie des sportartikelherstellers nike, die ihm sein horrorargument mit der um fünf jahre gesunkenen lebenserwartung liefert (http://www.designedtomove.org/en_US/?locale=en_US). Abgesehen davon, dass man die hehren motive eines sportartikelherstellers bei der erstellung dieser studie doch ganz zaghaft hinterfragen könnte - eine rezente studie von greenpeace, die belegt, wie  sehr sich nike und andere sportartikelhersteller um gesundheit und umwelt kümmern, wenn es um ihren profit geht, habe ich als pdf beigelegt -  unterliegt herr kleinmann beim zitieren dieser studie einem anfängerfehler. Er zitiert eine studie, die weitere studien zitiert, ohne letztere gelesen zu haben. Im sinne einer seriösen auseinandersetzung mit einem wissenschaftlich hochkomplexen thema wie es die in den letzten jahren weltweit zu beobachtende zunahme der anzahl übergewichtiger erwachsener und kinder darstellt, möchte ich im konkreten fall auf folgende punkte hinweisen:

    In dem von herrn kleinmann zitierten papier von nike werden in der abbildung 1.3. die folgen eines bewegungsarmen lebens in der kindheit dargestellt. In dieser abbildung findet sich der satz „may live up to five years less“; wer einigermaßen des englischen mächtig ist, versteht, dass es da um die MÖGLICHE verringerung der lebenserwartung geht und dass hier keine rede davon ist, dass diese entwicklung unabwendbar ist. Nike beruft sich in der zitatenliste zu dieser abbildung auf eine studie aus den usa (Olshansky et al, New Engl J Med 2005).
    Diese studie – ein pdf der arbeit, wie auch aller anderen in der folge zitierten arbeiten, liegt meiner e-mail bei - wurde bereits im jahr 2005 publiziert und ist damit keineswegs brandaktuell oder wie von herrn kleinmann behauptet, kürzlich aufgetaucht.
    Die studie bezieht sich auf die usa, was eigentlich auch schon aus dem titel „a potential decline in life expectancy in the united states in the 21st century“ hervorgeht (Olshansky et al, New Engl J Med 2005). Es geht also in dieser studie nicht um „unsere kinder“, wenn ich davon ausgehe, dass herr kleinmann die flächendeckende einführung der täglichen turnstunde nicht auch in den usa fordert. Dass es wohl gravierende unterschiede im gesundheitssystem zwischen den usa und österreich gibt und dass diese unterschiede wohl auch einfluss auf die lebenserwartung zukünftiger generationen in den usa und in österreich haben könnten, sei hier nur am rande erwähnt. 
    Interessanterweise findet sich auch bei genauem durchlesen nur ein kurzer hinweis darauf, dass sich der lebenszeitverkürzende effekt der fettsucht von derzeit einem drittel bis drei viertel eines jahres in den nächsten dekaden auf 2 bis 5 jahre oder mehr erhöhen KÖNNTE (Olshansky et al, New Engl J Med 2005). Die autorInnen schreiben, seriös, wie es sich gehört, ganz bewusst im konjunktiv. Herr kleinmann macht daraus, aus mangelnden englischkenntnissen oder aus nachlässigkeit, einen indikativ.
    Ganz am ende der arbeit schließen die autorInnen – so wie es sich für seriöse wissenschaftlerInnen gehört -  mit folgender aussage: „...and the youth of today may, on average live less healthy and possibly even shorter lives than their parents“ (Olshansky et al, New Engl J Med 2005). Ich erspare mir und ihnen die deutsche übersetzung im wissen, dass unsere englischstunden noch nicht wegen irgendwelcher absurder forderungen um aufmerksamkeit heischender randsportfunktionäre zurechtgekürzt wurden. Aber ich möchte auf die zweifache ausdrückliche betonung des möglichen eintretens dieser prognose - die möglichkeit und nicht die faktizität ist übrigens auch schon im titel zu lesen - hinweisen.

Herr kleinmann spricht in seinem interview auch davon, dass die kinder in österreich den höchsten „fettgehalt“ in europa haben. Die lage ist zwar keinesfalls erfreulich stellt sich aber bei genauer betrachtung ein wenig anders dar: Laut einer studie aus dem jahr 2014 sind in österreich 10.3% der burschen bis 20 jahre fettsüchtig, in 4 anderen europäischen ländern liegt dieser wert höher. Bei den mädchen bis 20 jahre liegt dieser wert in österreich bei 7.8%, in 10 anderen europäischen ländern liegt dieser wert höher (Ng et al, The Lancet 2014).

Im sinne einer seriösen auseinandersetzung mit dem thema möchte hier auch noch ihre aufmerksamkeit auf ein paar andere studien lenken, die verdeutlichen wie komplex die sachlage ist. Beispielsweise wird die effektivität von schulprogrammen, die zur bekämpfung kindlichen übergewichts auf ernährungsaspekte und bewegungsprogramme für volksschulkinder setzen, auf einer evidenzbasierten skala von 1 bis 5 mit dem wert 3 ebenso durchschnittlich bewertet wie die effizienz solcher programme, die ohne bewegungsprogramme auskommen. Am effektivsten bei der verhinderung kindlichen übergewichts sind offenbar maßnahmen, die die werbung für junk food und getränke einschränken (Gortmaker  et al, The Lancet 2011). Eine andere forschergruppe sieht sogar keine konsistente evidenz, dass schulbasierte bewegungsprogramme übergewicht und fettsucht bei kindern verhindern könnten (Ells et al, Best Pract Res Clin Endocrinol Metabol 2005). Dass der fehl- und überernährung bei gewichtszunahme mehr bedeutung zukommt als dem bewegungsmangel, schließen die autoren einer arbeit aus dem jahr 2011 aus folgender beobachtung: trotz einer starken einschränkung der körperlichen aktivität durch änderungen im arbeitsleben und durch verstärkte motorisierung in der ersten hälfte des 20. jahrhunderts blieb bis zum jahr 1970 eine starke zunahme der anzahl übergewichtiger und fettleibiger personen aus. Die autorInnen der arbeit bezeichnen diese phase von 1910 bis 1960 als „move less, stay lean“. Erst in einer zweiten phase, der sogenannten „eat more, gain weight“ phase, kommt es durch die einfache und kostengünstige verfügbarkeit hochkalorischer, schmackhafter und gleichzeitig aggressiv beworbener nahrungsmittel zur kollektiven gewichtszunahme (Swinburn et al, The Lancet 2011).

Zugute halten möchte ich ihnen aber jedenfalls, dass sie mit herrn pofessor widhalm einen ausgewiesenen experten zum thema im morgenjournal zu wort kommen ließen (http://oe1.orf.at/artikel/383944). Ihm ist es in den wenigen minuten des interviews ausgezeichnet gelungen, die komplexität und vielschichtigkeit der problematik der kollektiven gewichtszunahme bei kindern in einer auch für interessierte laien verständlichen form zu vermitteln. Auf die von herrn kleinmann zitierte studie angesprochen, meint herr professor widhalm richtigerweise, dass es sich dabei um eine prognose handelt, die eintreten könnte. Lassen sie mich zum thema prognose und entwicklungen in der medizin, die die lebenserwartung beeinflussen können, noch kurz folgendes beispiel anführen: Noch vor wenigen jahrzehnten lag die todesrate nach einem erstmaligen herzinfarkt im bereich von 30% oder mehr. Durch die entwicklung der stents, kleiner, netzartiger strukturen, die die verschlossenen herzkranzgefäße wieder eröffnen und offen halten können, ist es innerhalb weniger jahre gelungen, diese todesrate in den einstelligen prozentbereich zu drücken. Kein noch so großer experte hätte diese entwicklung vor 50 jahren vorauszusagen gewagt.

Wissenschaftliche studien sind oft sehr komplex und die wissenschaft darf daher nicht in den fehler verfallen sich in den elitären elfenbeinturm zurückzuziehen. Auf der anderen seite darf sich die wissenschaft nicht vom boulevard populistisch vereinnahmen lassen um allzu einfache antworten auf komplexe fragen zu geben. Ich bin wissenschaftler und universitätslehrer und mir ist es ein anliegen, wissenschaftliche inhalte allgemein verständlich zu artikulieren und in die öffentlichkeit zu tragen und diese damit für komplexe wissenschaftliche themen zu interessieren.

Kein vernünftiger mensch bestreitet die wichtigkeit von bewegung und körperlicher aktivität für unsere gesundheit. Aber der in diesem zusammenhang von sportfunktionären wie herrn kleinmann aus mehr als hinterfragenswerten motiven angezettelte alarmismus und wissenschaftliche populismus nach dem motto „wie furchtbar, unsere kinder werden fünf jahre kürzer leben als wir, wenn die politiker jetzt nicht gleich die tägliche turnstunde einführen“ ist zutiefst unseriös und daher abzulehnen. Solchem wissenschaftlich verbrämten populismus, mit dem herr kleinmann gerade für die tägliche turnstunde kampagnisiert, eine bühne zu geben, kann meiner meinung nach nicht im interesse eines öffentlich rechtlichen rundfunksenders liegen, der seinem bildungsauftrag in form seriöser berichterstattung nachzukommen hat.
mit freundlichen grüßen 
johann wojta
ps: ich habe alle zitate in den beiliegenden studien auch noch zum leichteren auffinden farblich markiert.
  
Die in der e-mail erwähnten studien kann ich aus urheberrrechtlichen gründen leider nicht online stellen, stelle sie aber meinen werten leserinnen und meinen werten lesern, sollte es interesse geben auf anfrage gerne zur verfügung.

Also ich denke sachlich habe ich dem was ich in dieser e-mail geschrieben habe von meiner seite her nichts mehr hinzuzufügen. Kabarettistische aspekte gibt es aber noch zuhauf. Da spricht uhpir in dem einen interview vom höchsten fettgehalt der österreichischen jugendlichen (http://oe1.orf.at/artikel/383943). Das klingt so ein bisschen nach produktinformation für topfen. Oder nach der hexe aus hänsel und gretel mit ihrer aufforderung an den armen hänsel: „hänsel, streck deine finger heraus, damit ich fühle, ob du bald fett bist“ (http://gutenberg.spiegel.de/buch/6248/69).

Und auf der facebookseite von uhpir wird’s noch komischer, unfreiwillig, wie ich vermute. Da erntet uhpir von seinen hardcore-fans ganze 13 likes für einen dort eingestellten aufruf des öoc-präsidenten karl stoss an die politiker zur einführung der täglichen turnstunde (http://www.oeoc.at/main.asp?kat1=87&kat2=538&vid=1&NID=3498&DDate=06.08.2014).
 
Übrigens, um für einen moment wieder ernst zu werden, würde ich mir wünschen, dass man mit dem in dem aufruf von karl stoss zitierten slogan „mens sana in corpore sano“ aus naheliegenden gründen etwas sensibler umgehen sollte (http://de.wikipedia.org/wiki/Mens_sana_in_corpore_sano). Und etwas humorvolles kann man dort auch lesen, über den ursprung des zitats. Juvenal, dem das zitat zugeschrieben wird, hat als satiriker keineswegs behauptet, dass ausschließlich in einem gesunden körper ein gesunder geist stecke, sondern nur – da er meist das gegenteil davon erlebt hatte –, dass es wünschenswert sei, wenn dem so wäre.

Überhaupt scheint die gefolgschaft von uhpir, wenn man sich das gesammelte echo in form von likes zu seinen diversen einträgen zur unterstützung seiner wieder entfesselten kampagne für die tägliche turnstunde ansieht, ziemlich geschrumpft zu sein. 12 likes gibt es für einen link zu einem artikel im standard, der sich dem thema gewidmet hat (http://derstandard.at/2000004119835/Taegliche-Turnstunde-koennte-sofort-umgesetzt-werden?ref=article).

Wenn man sich dort allerdings die kommentare durchliest, wird es peinlich für uhpir; da bläst ihm der gegenwind der öffentlichkeit ziemlich kräftig ins gesicht. Und. Das. Ist. Gut. So. Einen wirklich lustigen leserkommentar zum thema stundenreduktion in deutsch, englisch und mathematik - der könnte geradezu vom user ottokar stammen, dessen witzige und bissige kommentare ich hier ganz schmerzlich vermisse - stelle ich hier als fundstück der woche ein.


Aber das ultimative fundstück der woche liefert diesmal uhpir selbst, ein unfreiwillig humoristisches hölzel sozusagen.


Nein, nein, ich meine nicht den das-fehler, das kann schon einmal vorkommen, wenn man zu viel geturnt hat, äh...., oder war’s zuwenig. Wie war das jetzt mit dem vergrößerten lernzentrum? Nein ich meine den gesundheitsminister störer (sic), der ja wirklich ein veritabler störenfried ist, weil er erstens die studie, die ihm sein medizinwissenschaftlicher berater uhpir vorlegt, anzweifelt und zweitens kein geld herausrücken will obwohl ihm der finanz- und wirtschaftswissenschaftlicher berater uhpir einen mehrwert von 1 milliarde euro pro jahr bei 26.000 neu geschaffenen arbeitsplätzen vorrechnet. Und das alles bei einer turnstunde täglich. Zwei tägliche turnstunden bringen das doppelte, und drei.... Und was kratzt uns da noch die hypo alpe adria. Peanuts, da retten wir gleich griechenland im alleingang dazu. Also wirklich, herr minister störer, sie werden augen machen, wenn dann die kinder blad und blader werden und sterben wie die fliegen, am höchsten fettgehalt in europa. So ein topfen aber auch, werden sie dann nur mehr stammeln können. Damit werden sie dann leben müssen und mit dem vorwurf, dass sie nicht erkannt haben, dass die tägliche turnstunde uns und halb europa auch noch dazu aus der finanzkrise gerettet hätte. Sie sind ja nicht nur ein störer sondern offenbar auch ein ganz sturer! Und wegen ihrer sturheit werden wir nicht nur immer blader und blöder – das hängt nämlich zusammen, das hat ihnen uhpir doch sicher erklärt und mit einer wissenschaftlichen studie belegt - sondern dazu auch noch immer stierer (für die nicht des ostösterreichischen dialekts mächtigen unter meinen werten leserinnen und meinen werten lesern nochmals zur erinnerung: blad bedeutet in ostösterreich schwer übergewichtig und – achtung neues vokabel - stier bedeutet pleite; http://www.wien-vienna.at/freizeit.php?ID=529). Na der bundesminister stöger wird also für uhpir zum bundesminister störer. Wenn das keine freud’sche fehlleistung ist! Die hätte sich aber wohl weit mehr als die mickrigen sieben likes verdient und die paar kommentare.

Ah ja und zum schluss noch ein link zu einem video als warnung was in der täglichen bewegungseinheit so alles schief gehen kann: http://news.distractify.com/people/personal/children-painfully-learning-life-lessons-i-feel-bad-laughing-but-its-for-the-best-lol/?v=1.


Ist uhpir freiwillig oder unfreiwillig aus seinen ämtern bei der bso geschieden?
Wo bleibt die offizielle abrechnung der eurovolley?
Wer ist verantwortlich für die auswahl der werbeagentur, die die werbekampagne für die eurovolley kreiert hat?
Kann der övv pleite gehen?

Im übrigen bin ich der meinung, dass sich an der spitze des övv UND DER LANDESVERBÄNDE, und zwar ganz oben, zum wohle des österreichischen volleyballs möglichst schnell etwas ändern sollte.

Wien 12.08.2014, 01:09 mez



Dienstag, 5. August 2014

Von der prominenz am wörthersee, von einem bild, das mehr sagt als tausend worte und von einem zahnlos geführten aber dafür zumindest wissenschaftlich ungemein beeindruckenden interview


Wien, 04.08.2014, 22:44 mez

Liebe freunde und freundinnen des gepflegten volleyballs,

na heute kann ich ja gar nicht am sonst von mir stiefväterlich behandelten beachvolleyball vorbei, nach dem grand slam in klagenfurt. Wo doch dort so viele promis waren, dass man drei verschiedene övv-berichte brauchte um sie alle unterzubringen (http://oevv.volleynet.at/News/0000086952, http://oevv.volleynet.at/News/0000086953, http://oevv.volleynet.at/News/0000086957).




Ein paar der promis sind sogar so prominent dass sie in allen drei berichten vorkommen, das sind wahrscheinlich die sogenannten a-promis, ein paar – die b-promis - kommen immerhin in zwei berichten vor, und dann gibt es noch die promis aus der c-klasse, die kommen nur in einem bericht vor. Und wenn man sich das im detail ansieht, wer da aller zugegen war, dann kann’s schon passieren, dass einem schauer der ehrfurcht überkommen bei einer derart geballten ladung an ganz besonders wichtigen und besonders wichtigen. Da findet man natürlich politiker, olympiasieger und andere erfolgreiche sportler, einen aus den seitenblicken bekannten baumeister, ob mit oder ohne sein spatzi – nein, nein, nicht was sie jetzt vielleicht denken meine werte leserin und mein werter leser, die neue begleitung des herrn lugner heißt so – verschweigt uns der övv chronist leider (http://www.oe24.at/leute/oesterreich/Lugner-Spatzi-im-Heirats-Stress/153029779). Der herr baumgartner war auch dort. Ob der allseits bekannte erziehungs- und steuerexperte und demokratieverächter bei seiner anreise um zeitgerecht einzutreffen wieder den luftraum des flughafens münchen verletzen musste wird uns auch nicht mitgeteilt (http://salzburg.orf.at/news/stories/2660938/, http://wien.orf.at/news/stories/2594698/). Ein paar der in den övv-berichten erwähnten promis kannte ich als seitenblicke-abstinenzler nicht. Aber mit hilfe von google habe ich diese unverzeihlichen bildungslücken gestopft und weiß jetzt zum beispiel wer der herr otto retzer ist und warum der so prominent ist. Den herrn glock musste ich nicht googlen; wenn man das trotzdem tut findet man ganz interessante und durchaus lesenswerte dinge über den waffenproduzenten (http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/746184/Waffenproduzent-Glock-verliert-Prozess-gegen-Amnesty).

Na bumm, jetzt bin aber ganz schön vom thema volleyball abgekommen. Volleyball wurde nämlich auch gespielt in klagenfurt und welchen stellenwert das aus der sicht der gestalter der övv-homepage einnimmt sieht man sehr schön auf dem kleinen begleitbildchen zum unter http://oevv.volleynet.at/News/0000086952 eingestellten artikel. Symbolträchtig stehen bzw. hocken funktionäre und politiker im vordergrund, die medaillengewinnerinnen des damenbewerbs bilden den hintergrund des tableaus.


Dass uhpir ausgerechnet links unten im bild hockt lässt mich jetzt aber ein bisschen an seinem status als unseren experten für eh alles und als profunden kenner wissenschaftlicher studien aus allen bereichen – auf die neueste von professor uhpir präsentierte studie komme ich noch zurück – zweifeln, gibt es doch untersuchungen, dass zumindest rechtshänder auf einem bild zuerst auf die rechte obere ecke schauen. Deswegen stehen die dinge, die die supermarktketten in großer zahl verkaufen möchten in den regalen rechts oben und auf gar keinen fall links unten. Also gibt es  hier den kostenlosen und gut gemeinten ratschlag für uhpir sich beim nächsten mal rechts eher oben im bild zu platzieren; das wirkt viel besser. Und auf das kommt es ja wohl an.

Aber bevor ich zum volleyball komme muss ich zu dem unter http://oevv.volleynet.at/News/0000086957 eingestellten artikel über den övv-empfang in schloss leonstain schon noch ein paar worte verlieren. Das ereignis war ja offenbar so wichtig, dass es sogar auf der titelseite der övv homepage als topmeldung zu finden war.


Jetzt stellt sich natürlich dem schelm, der böses denkt, unausweichlich die frage, wer diesen empfang finanziert hat. Das wird ja nicht so ganz billig gewesen sein. Finanzieren da die vereine mit ihren nenngebühren oder mit den strafen für fehlende transparente oder verschiedenfärbige socken das feine essen mit weinbegleitung für die viele prominenz, wie die dort anwesenden funktionäre und politiker auf der homepage des övv genannt werden? Hoppala, strafen..... jetzt war ich aber wieder garstig und urungerecht. Den empfang hat doch ohnehin uhpir bezahlt, hat doch unlängst sein alter ego, hhvmir, dem övv 10.000€ bußgeld für den nichtantritt im europacup überwiesen. Das müsste ja wohl gereicht haben für den empfang.

Na aber jetzt wird es wirklich zeit, sich mit volleyball zu befassen. Also gewonnen haben in klagenfurt brasilianische teams bei den damen und herren und das abschneiden der österreichischen teams war nicht wirklich berauschend. Zwei damen- und zwei herrenteams blieben gleich einmal in der quali hängen zwei weitere damen- und herrenpaare schafften es nicht aus der gruppenphase des hauptbewerbs in die ko-phase. Doppler-horst und schützenhöfer-plesiutschnig belegten jeweils den 9. endrang. Könnte irgendwie ein bisschen besser sein die bilanz, aber macht ja nichts, hauptsache die promis waren dort und beim övv-empfang. Und bei der u19 wm in portugal gab’s zwei fünfte plätze durch mona geßlbauer und julia radl und johannes kratz und moritz-bernd pristauz-telsnigg. Gratulation an die vier zu diesen spitzenresultaten.

Also ich habe mir die spiele, die am samstag und am sonntag vom orf aus klagenfurt übertragen wurden, alle angesehen. Da waren schon ein paar tolle ballwechsel dabei, aber mein absolutes persönliches highlight war natürlich das interview mit uhpir. Der ist wieder mit vollmundigen ansagen aufgetreten was die zukünftige entwicklung des beachvolleyball in österreich betrifft. Da wurden olympiamedaillen für 2016 vorausgesagt; hatten wir das nicht schon für 2012? Und den raschen aufstieg des neuformierten duos chukwuma/schwaiger in die absolute weltspitze hat uhpir in diesem interview auch prophezeit. In dem zusammenhang würde mich interessieren wie sich lisa chukwuma ihre zukunft vorstellt. Wird sie weiter in der halle bei svs/post spielen und sich nur nach beendigung der hallensaison dem beachvolleyball widmen oder gibt sie ihre hallenkarriere auf? Ich bin ja kein experte, und schon gar nicht einer für eh alles, aber meiner bescheidenen meinung nach wird das tanzen auf zwei kirtagen weder der hallen- noch der beachkarriere sonderlich förderlich sein.

A propos experte für eh alles: also uhpir wird immer mehr zum ernstzunehmenden wissenschaftler. Jetzt hat er – in besagtem orf interview - doch glatt schon wieder eine neue studie präsentiert, eine horrorstudie geradezu, nach der die jetzt geborenen kinder eine um 5 jahre kürzere lebenserwartung als ihre eltern haben werden. Und das alles können wir mit der unsäglichen turnstunde verhindern. Also bitte liebe politikerinnen und liebe politiker, hört auf diesen mann, den rufer in der wüste, baut turnhallen und stellt turnlehrer und turnlehrerinnen an. Und reduziert von mir aus den mathematik-, deutsch- und fremdsprachenunterricht, wenn sich das nicht anders finanzieren lässt. Wenn ihr nicht hört auf den weisen mahner, dann wird das fett über uns kommen und wir werden alle an unserer bladheit (für die nicht wiener: bladheit ist der wiener dialektausdruck für fettleibigkeit) ersticken.

Aber im ernst: wer ist beim orf dafür verantwortlich, dass sich uhpir bei einem beachvolleyballturnier zu seinem letzten verbliebenen strohhalm, an den er sich mangels anderer erfolge klammert, zur  täglichen turnstunde äußern kann. Das ist ja nichts anderes als beihilfe zur selbstdarstellung gewesen. Eigentlich dachte ich, der orf wäre kritischem journalismus verpflichtet. Und da wären mir aus dem stand einige fragen an den herrn kleinmann eingefallen und ich meine jetzt gar nicht die, die sich traditionell immer am ende meiner einträge finden. Nein, man hätte uhpir beispielsweise fragen können, wie es ihm gelungen ist seinen verein, die hotvolleys für drei jahre ohne die möglichkeit aufzusteigen in die zweite liga zu versenken. Oder warum das nationalteam der herren trotz intensiven aufwandes an chronischer erfolgslosigkeit leidet, unter einem trainer, der außer von fortschritten zu reden keine messbaren erfolge nachweisen kann. Oder warum die 1. bundesliga der herren heuer nur mehr aus neun vereinen besteht. Oder warum man die u21 meisterschaften bei damen und herren abgeschafft hat. Warum werden solche fragen nicht gestellt, wenn man den herrn schon einmal live vor dem mikro hat? Fürchtet man sich beim orf vor möglichen interventionen?

Ah ja, a propos fortschritte des nationalteams: ein nachtrag zum letztwöchig in meinem eintrag erwähnten artikel im kurier (http://kurier.at/sport/sportmix/volleyball-das-ende-einer-aera-kleinmann-ist-nicht-mehr-hotvolleys-praesident/76.308.647). User volleystar hat dort ein geradezu drolliges detail entdeckt, das mir beim schnellen durchlesen entgangen ist. Da sagt doch uhpir auf die frage, wie es um seine voraussage, dass sich das herrenteam für olympia qualifizieren wird, steht: „Das wird schwer. Zwar habe sich das team verbessert. Doch auch die anderen nationen haben nachgezogen.“ Nachgezogen? Wie bitte? Ah ja wir waren bei amtsantritt von uhtt irgendwo um platz 50 der weltrangliste, jetzt sind wir nummer 70 (http://www.fivb.org/en/volleyball/VB_Ranking_M_2014-07.asp). Da sind ein paar nationen nicht nur nachgezogen, die sind an österreich sogar vorbeigezogen. Vor den österreichern liegen beispielsweise volleyballgroßmächte wie kenia, mauritius und surinam und die halbe karibik von trinida und tobago über barbados bis zu st. lucia und den american virgin islands.

Jetzt mach ich aber schluss bevor mich meine negative energie vollständig konsumiert. Und das alles nur weil ich meine pulverl schon wieder nicht geschluckt habe. Dabei sind sie doch so schön bunt.


Aber jetzt ist mir doch noch etwas positives, berichtenswertes eingefallen, leider nicht vom volleyball. In anderen sportarten funktioniert es einfach besser, ohne empfänge und ohne promis aber dafür mit zählbaren resultaten. Die österreichischen handballburschen haben bei der u20 heim-em den sechsten platz unter sechzehn teilnehmenden nationen belegt (http://handball-euro2014.at/de/). Gratulation dazu von dieser stelle aus.

Ist uhpir freiwillig oder unfreiwillig aus seinen ämtern bei der bso geschieden?
Wo bleibt die offizielle abrechnung der eurovolley?
Wer ist verantwortlich für die auswahl der werbeagentur, die die werbekampagne für die eurovolley kreiert hat?
Kann der övv pleite gehen?

Im übrigen bin ich der meinung, dass sich an der spitze des övv UND DER LANDESVERBÄNDE, und zwar ganz oben, zum wohle des österreichischen volleyballs möglichst schnell etwas ändern sollte.

Wien 05.08.2014, 01:11 mez