Liebe freunde und freundinnen des gepflegten volleyballs,
und da habe ich mir schon sorgen gemacht, dass mir im neuen jahr der stoff ausgehen wird für meinen blog. Aber nein, ganz im gegenteil, diese woche gibt es genug stoff, der für mehrere einträge reichen würden und sicher noch für resonanzen sorgen wird. Aber schön langsam und der reihe nach: jetzt ist schon wieder was passiert (wie es am anfang der krimis von wolf haas immer heißt; übrigens eine wirkliche leseempfehlung), und zwar ein absolutes schmankerl, ein hölzel, das dem blogger zugeworfen wurde, ein aufgelegter elfmeter ohne tormann. Gestern nachmittags sprießt auf der facebookseite der hotvolleys und auch auf der facebookseite des hhvm ein zartes pflänzchen der demokratie. Hhvm oder sein alter ego uhp oder doch ein unbekannter ghostwriter schreibt, dass der sieg der bjhv (im eintrag genannt „die hotvolleybuben“) im cupspiel gegen den vc hausmannstätten aus der 2. bundesliga ost eigentlich eine niederlage für den österreichischen volleyballsport sei, dass die österreichischen spieler der vereine der 1. bundesliga zu schwach seien teams aus der 2. bundesliga zu besiegen und dass gute nachwuchsarbeit nur in der steiermark und in wien gemacht würde. Und dann wendet sich der schreiber verzweifelt an die leser und leserinnen mit der bitte um ideen und vorschläge, wie man die situation verbessern könnte. Den gesamten eintrag kann der werte leser und die werte leserin hier unten lesen (zum vergrößern einfach auf das bild klicken).
Das hat mich dann schon etwas verwundert, nicht so sehr, ob des anfluges von glasnost aber ob der tatsache, dass hhvm eigentlich gleich uhp um rat fragen hätte können, ist dieser doch nicht ganz unwesentlich für die situation, in der sich der volleyballsport in österreich befindet, verantwortlich. Und während ich mich noch gewundert habe, nimmt das unheil seinen lauf. Es erscheinen auf der facebookseite nicht die möglicherweise erwarteten oder zumindest erhofften jubelchöre von claqueuren im stile von „bitte lieber bürgermeister michi häupl, gib den hotvolleys ein paar millionen euro, damit sie dicke kinder wieder schlank machen können und sich nebenbei noch ein paar legionäre kaufen können“, sondern zwei zugegebenermaßen kritische, aber keinesweg unsachliche oder beleidigende und nicht anonyme kommentare - einer von einem guten freund von mir und einer von einem nicht ganz so guten freund des hhvm/uhp - auf der facebookseite. Auch diese kommentare möchte ich dem werten leser und der werten leserin nicht vorenthalten (zum vergrößern einfach auf das bild klicken).
Und jetzt wird es wirklich interessant und spannend, jetzt folgt der lackmustest für das demokratieverständnis für den, der um ideen und kommentare gebeten hatte. Das ergebnis ist seit heute früh auf der facebookseite der hotvolleys zu besichtigen. Schwuppdiwupp, die kommentare wurden gelöscht und die kommentarfunktion, interessanterweise nur auf der facebookseite des hhvm gesperrt (siehe unten, zum vergrößern einfach auf das bild klicken).
Aber hallo, wie peinlich und ungeschickt ist das denn? Wenn man social media wie facebook benützt - ich persönlich bin da ja eher vorsichtig und überlasse daher die extensive nutzung den jungen, da ich das für mich mit einem altern in würde nicht so ganz vereinbaren kann – dann sollte man das demokratische potential dieser medien nicht unterschätzen. Und außerdem sollte man bedenken, dass sich mit rechtzeitigen screenshots (nein, nein das ist nichts unanständiges) alles was dort ins netz gestellt wurde, dokumentieren lässt. Aber vielleicht haben wir da etwas missverstanden, vielleicht hätten etwaige kommentare und ideen zuerst an hhvm geschickt werden müssen, der sie dann quasi in einer doppelconferience mit uhp nach prüfung entweder, wenn sie das präsidiale wohlgefallen erweckt hätten ins netz gestellt oder bei missfallen in den elektronischen mistkübel entsorgt hätte.
Nachdem also die demokratieoffensive auf das peinlichste gescheitert ist holt ein „besorgter“ hhvm in bekannter weise in einer presseaussendung, die im gleichen wortlaut auch auf der homepage der hotvolleys und bei sportlive erscheint, zum medialen rundumschlag aus. User terramagna hat diesen link (http://www.sportlive.at/syndicate/extern/hotvolleys.at/artikel_showartikel.php?aid=0000076684) mit dem kommentar „ohne worte“ online gestellt. Da fehlen einem wirklich die worte, wie hhvm mit dem legionärswesen bei österreichischen vereinen abrechnet. Wer soll diesen gesinnungswandel ernst nehmen? Ich habe dazu schon vor einiger zeit in einem bezeichnenderweise mit „der fuchs und die trauben“ (http://johnny-meinblock.blogspot.com/2011/03/der-fuchs-und-die-trauben-oder-wie.html) betitelten blog stellung genommen, ich erspare mir und dem mündigen leser und der mündigen leserin jeden weiteren kommentar.
Ach ja, ein paar diskussionsvorschläge zur verbesserung der situation im österreichischen volleyball hätte ich auch noch, und die gebe ich, da ja von höchster stelle so hilfeheischend darum gebeten wurde gerne zum besten:
- Reduktion der anzahl der am feld befindlichen legionäre auf 2 bis 3, nach dem vorbild der türkei, die uns ja bei der eurovolley gezeigt hat, wo der bartl den most holt, oder zyperns, wo pokka karava den bjhv im challenge cup zwei lehrstunden - viel mehr war es mit 69 und 67 minuten spielzeit tatsächlich nicht – erteilt hat.
- Wir brauchen mehr volleyballakademien, aber nicht in form von vereinsakademien, sondern als regionale zentren.
- Die aufnahme in diese akademien darf nicht an die zugehörigkeit zu einem verein gebunden sein und muss transparent und so objektiv wie möglich gestaltet werden.
- Der erfolg solcher akademien muss regelmäßig evaluiert werden, sodass die gefahr, dass die öffentlichen fördergelder rückstandsfrei verbrannt werden, minimiert werden.
- Das produkt volleyball muss besser vermarktet werden; es kann beispielsweise nicht sein, dass uns ein virtueller medienwert der eurovolley auf den euro genau vorgerechnet wird, die fernsehzeit auf die sekunde genau, aber die eurovolley im jahresrückblich des orf unter http://sport.orf.at/ aber mit keinem wort erwähnt wird.
Und weil es schon lange keine musik mehr gegeben hat in diesem blog, habe ich diesmal aus gegebenem anlass ein trauriges lied ausgewählt für alle mächtigen männer ganz oben an der spitze, dort wo die luft schon dünn ist und freunde selten sind; und nicht vergessen, das, was die mächtigen am meisten fürchten, ist das lachen der ohnmächtigen (nachzulesen unter anderem bei umberto eco in seinem roman „der name der rose“): http://www.youtube.com/watch?v=kaLrbzJefoM
Und ganz zum schluss möchte ich noch der im unterschied zu den bjhv nicht blutjungen aber doch sehr jungen mannschaft von svs sokol gratulieren, die innerhalb zweier saisonen den durchmarsch von der landesliga in das aufstiegsplayoff für die 1. bundelsiga geschafft hat. Super gemacht burschen!
Im übrigen bin ich der meinung, dass sich an der spitze des övv, und zwar ganz oben, zum wohle des österreichischen volleyballs möglichst schnell etwas ändern sollte.
Da steht normalerweise mein schlusssatz. Das ungeschwärzte original findet der kundige leser und die kundige leserin weiter unten.






