Wien, 22.09.2026, 22:58 cet
Liebe freunde und freundinnen des gepflegten volleyballs,
so, ich bin noch immer nicht ganz wiederhergestellt, aber es geht mir deutlich besser aals vor einer woche um diese zeit. Darum schaffe ich es auch diese woche meinen blog zur üblichen zeit zu schreiben. Viel wird es aber wieder nicht werden, es tut sich einfach nicht viel berichtenswertes in der kleinen österreichischen volleyballwelt; nicht viel, aber dafür erfreuliches.
In abwandlung des immer wieder am anfang seiner brenner-krimis vewendeten zitats von wolf haas, sag ich einfach: es isst schon wieder was passiert, und schon wieder war’s in der sandkiste, und schon wieder war’s höchst erfreulich, und schon wieder waren es die jungen, die die sonst eher maue sandkistensaison für den övv retten. Die rede ist von hohenauer/poinstingl, die sich bei den u18 beacheuropameisterschaften bei den herren den titel holten (https://beachevents.cev.eu/beach/competition/1881). Dazu auch dieses mal wieder ganz herzliche gratulation den spieler und ihren betreuer:innen. Nicht so gut lief es für bleyer/ferstl-schmid, die bei den damen in der ersten ko-runde ausgeschieden sind (https://beachevents.cev.eu/beach/competition/1882).
Bei den student:innen beachvolleyballweltmeisterschaften gab es dann für die ösv duos klemen/holzinger bei den herren und saric/neiss bei den damen keine medaillen (https://championships-results.fisu.net/#/discipline/VBV/final-rank/M.TEAM2-------------, https://championships-results.fisu.net/#/discipline/VBV/final-rank/W.TEAM2-------------).
Als resume der nachwuchsbeachbewerbe darf man sich durchaus hoffnungen machen auf eine fortsetzung der erfolge machen, wobei man trotz aller freude über die rezenten erfolge nicht vergessen darf, dass es noch ein sehr weiter weg ist, bis sich erfolge in der allgemeinen klasse einfahren lassen werden.
Und quasi als überleitung zum hallenvolleyball möchte ich hier nochmals auf die schon letzte woche gestellte frage zurückkommen, ob es in österreich die finanziellen und personellen resourcen gibt volleyball zweigleisig, also in der halle und auf sand kompetitiv zu betreiben. Wenn man sich ansieht was sozioökonomisch mit österreich vergeleichbare länder anschaut, dann zeigt sich schon ein trend, sich entweder auf hallenvolleyball oder auf beachvolleyball zu fokussieren. Ich hab jetzt ein paar beispiele, ohne anspruch auf vollständigkeit ausgewählt:
Belgien in der aktuellen weltrangliste in der halle nummer 13 bei den herren und nummer 16 bei den damen, im beachvolleyball ein herrenduo unter den top 100, und zwar auf platz 30, kein damenduo unter den top 100; slowenien in der ahlle position 6 bei den herren, rang 18 bei den damen, am sand weder bei herren noch damen ein top 100 duo. Finnland belegt die ränge 16 und 36 in der halle für männer bzw. frauen, am sand kein herrenduo unter den top 100, ein damenduo unter den top 100, nämlich auf platz 50. Schweden liegt in der halle bei den herren auf platz 35, bei den damen auf platz 19, im sand bei den herren zwei duos unter den top 100, und zwar auf den plätzen 1 und 5, bei den damen kein duo unter den top 100. Norwegen liegt in der halle auf platz 100 bei den herren und ist bei den damen nicht unter den 133 gelisteten ländern, am sand 5 (!) herrenduos unter den top 100 auf den rängen 6, 10, 25, 63 und 83, bei den damen ein duo unter den top 100 auf platz 56. Und zuletzt die schweiz, die liegt in der halle bei den herren auf rang 33 und bei den damen auf platz 30, und am sand 3 herrenduos unter den top 100 auf den plätzen 19, 41 und 49 und bei den damen sind 3 duos unter den top 100 auf den rängen 13, 14 und 44.
Zum vergleich österreichs platzierungen: in der halle 57 für die herren und 52 für die damen. Am sand: 6 herrenduos unter den top 100, von denen aber nur 4 heuer auf der tour aktiv waren und die liegen auf den rängen 9, 31, 36 und 52 und 1 damenduo unter den top 100 auf platz 23.
Die ranglisten finden meine werten leserinnen und meine werten leser unter https://en.volleyballworld.com/volleyball/world-ranking/men?, https://en.volleyballworld.com/volleyball/world-ranking/women?, https://en.volleyballworld.com/beachvolleyball/world-ranking/men?,https://en.volleyballworld.com/beachvolleyball/world-ranking/women?.
Und die zusammenfassung? Fokussierung heißt offenbar das zauberwort, wenn man erfolg haben will. Belgien, finnland und slowenien fokussieren auf die halle und lassen die sandkiste sandkiste sein während norwegen voll auf die sandkiste und da vor allem auf den herrenbereich setzt und schweden am sand die herren forciert und in der halle die damen. Einzig die schweiz versucht ähnlich wie österreich, allerdings deutlich erfolgreiche, wenn man die ranglistenplatzierungen hernimmt, hallenvolleyball und beachvolleyball jeweils bei damen und herren kompetitiv zu betreiben.
Und mein senf dazu? In der halle ist der zug abgefahren, das anschlussloch ist leider nicht das ozonloch, das sich glücklicherweise nach neuesten befunden immer mehr schließt. Was mich für eine erfolgsversprechende weiterentwicklung des hallenvolleyballs pessimistisch stimmt, sind nicht nur die rezenten ergebnisse der nationalteams sondern auch der traurige zustand des österreichischen clubvolleyballs der jährlich in den europäischen cupbewerben zu beobachten ist, wo seit jahren das frühe ausscheiden aus diesen bewerben die regel und nicht die ausnahme ist. Und als trauriger höhepunkt dieser entwicklung nimmt in der kommenden saison zum – meines wissens nach - ersten mal kein österreichsicher damenverein an einem europäischen cupbewerb teil. Ein bankrotterklärung, quasi.
In der sandkiste hingegen, besteht hoffnung, dass bei den herren neben hammarberg/berger, die sich in die erweiterte weltspitze gespielt haben, auch das duo pristauz/waller diesen schritt schafft und dass klinger/klinger in ihrem fall in der deutlich weiter gefassten weltpsitze den anschluss nicht verpassen. Außerdem, siehe oben, gibt es sowohl bei damen wie auch herren offenbar nachwuchsduos mit potential.
Und noch etwas: am sand braucht es nur zwei top spieler:innen um vorne mitzuspielen – schweden hat im moment 4 weltklasse beacher und die zwei duos liegen auf den weltranglistenplätzen 1 und 5. In der halle braucht es 12 bis 15 topspieler:innen um eine schlagkräftige mannschaft zu formen. Und – bei allem respekt für alle hallenvolleyballer:innen – die sehe ich nicht in österreich.
So, jetzt ist das ganze doch ein wenig länger geworden als gedacht. Und bevor ich schluss mache, hab‘ ich noch schnell unter https://mevza.org/live/ nachgeschaut, ob es neues zur mevza liga 2026/2027 gibt. Der traurige befund: es gibt nichts, keine information, welche clubs in der mevza spielen werden, wann die spiele stattfinden. Null, absolutamente nada. Wie gesagt, traurig und armselig. Aber vielleicht lieg‘ ich völlig falsch und es gibt unter einen neuen web-adresse ein strahlend neue mevza website mit allen informationen.
Und damit es nicht zu deprimierend wird, gibt's nach langer zeit auch wieder einmal einen perscheid.
Ich bin ja gespannt, wie lange ich meinen neuen schlusssatz noch verwenden kann bzw. muss.
Bleibt das jetzt so?
Wien, 23.09.2026, 01:21 cet








































