Wien, 01.09.2026, 22:41 cet
Liebe freunde und freundinnen des gepflegten volleyballs,
So in den internationalen sandkisten werden die letzten turnier des jahres 2026 gespielt. Letzte woche standen zwei future turniere, also turniere der niedrigsten kategorie der bvtmdln, mit övv-gesandtschaft auf dem programm, und zwar in brno, tschechien, und in modena, italien. Beim letzteren war für das herrenduo klemen/holzinger im viertelfinale schluss und in brno blieben bei den herren boyd/trummer und friedl sponer in der quali hängen (https://en.volleyballworld.com/beachvolleyball/competitions/beach-pro-tour/2026/futures/modena-ita/standings/men/#round-f, https://en.volleyballworld.com/beachvolleyball/competitions/beach-pro-tour/2026/futures/brno-cze/standings/men/#round-f). Im damenbewerb in brno schafften sturm/hammarberg bis in die erste ko runde und die einzigen garantinnen für spitzenplätze bei den damen, shkarupa/rabitsch, setzten mit einem vierten platz diesen trend fort (https://en.volleyballworld.com/beachvolleyball/competitions/beach-pro-tour/2026/futures/brno-cze/standings/women/#round-f).
Ah ja, a propos spitzenplätze bei den damen und so: was ist eigentlich mit dem duo hohenauer/berger los? Die haben im jahr 2026 insgesamt gerade einmla fünf turniere gemeinsam bestritten, und davon wiederum nur zwei auf der internationalen tour (https://en.volleyballworld.com/beachvolleyball/world-ranking/women?). Ein top vrobereitung für die anstehende u20 beach-em schaut wohl anders aus (https://beachevents.cev.eu/beach/competition/1885). Aber vielleicht sehe ich das alles wieder einmal zu wenig positiv. Ich lasse mich aber gerne überraschen.
A propos zuwenig positiv und so: also, dass man von verbandsseite zu wenig positiv war, was die nachlese zur gerade laufenden und für die övv-damennationalmannschaft bereits zu ende gegangene eurovolley der damen 2026 betrifft, kann man ja nicht gerade behaupten. Da hat man sich ja vor lauter euphorie über allerlei historisches gar nicht mehr eingekriegt. Dass sich der multifunktionär und trainer des nationalteams buchstäblich um kopf und kragen schwafelt, um ersteren irgendwie zu retten, ist ja noch irgendwie nachvollziehbar, weil nach einer solchen bilanz bei einer em wohl auch der job des trainers in frage gestellt werden sollte. Nachzulesen ist das – für schmerzbefreite unter meinen leserinnen und unter meinen lesern – unter https://volleynet.at/articles/924.
Unter https://volleynet.at/articles/921 darf der trainer über die tolle reaktion im spiel gegen griechenland schwadroniere. Und mein absoluter lieblingssatz steht da auch drinnen in dem artikel: „Damit war ein wichtiges em-ziel des övv-damenteams erreicht: der erste satzgewinn bei der europameisterschaft.“ Echt jetzt? Ich erstarre in ehrfurcht ob dieses enormen sporthistorischen moments. Und sporthistorisch ist’s dann weitergegangen mit einem punktgewinn gegen bulgarien, und wer die euphorie so richtig aufsaugen will, der oder die lese was geschrieben steht unter https://volleynet.at/articles/922. Nur so zur erinnerung: der fünfte satz wurde 4(!) zu 15 verloren.
Aber so richtig fassungslos hat mich dann die unter https://volleynet.at/articles/923 nachzulesende analyse des övv-präsidenten. Der spricht dort von einer riesigen entwicklung und dass man den abstand zur euopäischen spitze verkürzt habe. Echt jetzt? Geht’s noch? Wo lebt der herr präsident? Bitte ganz schnell die rosa brille abnehmen, ganz, ganz schnell, und sich ein wenig in realismus üben.
Nur zur erinnerung für den herrn präsidenten: das övv-damennationalteam hat bei der europameisterschaft fünf spiele absolviert und alle fünf verloren, 3 mit 0:3, eines mit 1:3 und eines mit 2:3. Von den 24 teams, die an der eurovolley teilnehmen bzw. teilnahmen wird das övv-team in einer abschlusstabelle rang 22 belegen. Ungarn, montenegro und spanien blieben ebenfalls sieglos und haben jeweils einen punkt erspielt, ungarn und montenegro haben insgesamt jeweils zwei sätze gewonnen, österreich und spanien je drei, aber spanien hat den besseren punktequotienten. Und das övv-team hat mit 0.6958 den schlechtesten punktequotienten aller mannschaften in der gruppenphase und mit 295 punkten die wenigsten punkte aller mannschaften erzielt (https://www-old.cev.eu/Competition-Area/CompetitionStandings.aspx?ID=1573). Also nochmals zusammengefasst für alle rosa-brillen-träger:innen und berufs-euphoriker:innen: die övv-damennationalmannschaft hat fünf spiele bei der em bestritten, alle fünf verloren, mit einem satzverhältnis von 3:15 und einen punkt aus diesen fünf spielen mitgenommen.
Und jetzt zur riesigen entwicklung. Wenn man die entwicklung wirklich auf basis von fakten beurteilen möchte, dann lohnt sich ein blick auf die weltrangliste. Dort liegt österreich bei den damen nunmehr aktuell auf platz 53, flankiert von volleyballgroßmächten wie san marino und saint lucia und indonesien und antigua and barbuda (https://en.volleyballworld.com/volleyball/world-ranking/women?). Östrreich hält jetzt bei 76.07 weltranglistenpunkte, bei der einführung des neuen punktesystems 2021 waren es noch 103.82. Das heißt seit 2021 hat das team etwa ein viertel seiner weltranglistenpunkte eingebüßt, nämlich 27.75. Allein die fünf niederlagen bei der em schlagen sich mit einem minus von mehr als 16 punkten zu buche. Riesig, diese entwicklung, geradezu gigantisch, phänomenal, grandios. Wer beim övv für seine oder ihre nächste pressemitteilung noch ein paar adjektive, die dieser bombastischen entwicklung gerecht werden braucht, der oder die findet sie unter https://www.openthesaurus.de/synonyme/phänomenal.
So, und unter https://www.facebook.com/Volleyball.AUSTRIA findet sich dann doch die eine oder andere kritische stimme, die den rosa bebrillten widerspricht. Ich habe hier anschließend chronologisch den entsprechenden screenshots eingestellt.
Da wird die sogenannte sporthistorische bedeutung von satz- und punktgewinnen in frage gestellt, von kader- bzw. personalentscheidungen auf der position der aufspielerin und fragwürdigen auswechslungen im fünften satz im spiel gegen bulgarien, die einen möglichen sieg gekostet haben. Und wer es nicht live gesehen hat, kann sich die …äh… hanebüchenen rechtfertigungen des trainers zu seinen wechseln, die auch dana schmit nicht verstanden hat, wie sie im interview gesteht, am schluss der zusammenfassung des spiels gegen bulgarien unter https://on.orf.at/video/14336807/volleyball-em-damen-2026-oesterreich-bulgarien-highlights anschauen. Nach fünf niederlagen in fünf spielen und dem vercoachten spiel gegen bulgarien als draufgabe – die anglikaner:innen nennen das the icing in the cake - wiederhole ich, was ich hier letzte woche schon geschrieben habe: roland es is vuabei.
Ah ja, und dem tino mikosch, den ich persönlich kenne, möchte ich auf diesem wege mitteilen, dass die bezeichnung troll für jemanden, der die verwendnung des begriffs „historisch“ durch funktionäre des övv als inflationär bezeichnet, mehr als unpassend und ein ausdruck der eigenen argumentativen hilflosigkeit ist. Ich bin ganz der meinung des so bezeichnten ewald url und fühle mich daher mit der bezeichnung troll mitgemeint und geehrt.
Und dann kommt von den euphoriker:inne auch immer wieder das putzige argument, dass allein schon die quali für die eurovolley historisch gewesen sei. Na, aber geh. 24 nationen dürfen an der euovolley teilnehmen. Ein blick auf die europäische rangliste hilft vielleicht ein wenig, die qualifikation für dieses turnier richtig einzuordnen. Vorsicht, vor dem blick auf die rangliste ist unbedingt die rosa brille abzunehmen. Wie unter https://www.cev.eu/national-team/rankings/#women nachzuprüfen ist, haben sich von unter den top 24 gereihten nationen nur die schweiz und finnland nicht für die laufende em qualifiziert. Und die österreichische damennationalmannschaft hat sich mit zwei niederlagen gegen griechenland und zwei siegen gegen nordmazedonien für die endrunde qualifiziert (https://www-old.cev.eu/Competition-Area/CompetitionStandings.aspx?ID=1573). Und nordmazedonien liegt auf platz 44 von 45 gelisteten ländern in der europäischen rangliste (https://www.cev.eu/national-team/rankings/#women). Historisch? Drollig, nicht trollig.
Ich bin ja gespannt, wie lange ich meinen neuen schlusssatz noch verwenden kann bzw. muss.
Bleibt das jetzt so?
Wien, 02.09.2026, 01:14 cet






































