Wien, 18.08.2026, 23:10 cet
Liebe freunde und freundinnen des gepflegten volleyballs,
die beachvolleyball europameisterschaft ist geschichte, und die bilanz des övv ist eher mager. Trotzdem ist, laut övv-präsident bei der gestrigen pressekonferenz, österreich im beachvolleyball weltklasse. Na ja, darüber kann man vermutlich trefflich streiten, wenn man sich die aktuellen weltranglisten im beachvolleyball bei damen und herren unter https://en.volleyballworld.com/beachvolleyball/world-ranking/women? und https://en.volleyballworld.com/beachvolleyball/world-ranking/men? näher anschaut. Bei den damen liegen klinger/klinger als bestplatziertes övv-duo auf rang 24, hohenauer/berger liegen auf rang 130 und shkraupa/Rabitsch auf platz 177. Weltklasse schaut meiner meinung da ein bisschen anders aus. Und wie sieht’s bei den herren aus? Österreichs einziges duo, das sich in der weltklase etabliert hat, und das vermutlich dauerhaft, hammarberg/berger liegen zur zeit auf platz 8, pascariuc/horst auf platz 47, waller/pristauz auf platz 50, hörl/grössig auf platz 54 und dressler/seiser auf platz 85. Das sind dann ein top-ten duo, eiens knapp inerhalb der top 50 und noch weitere drei in den top 100. Insgesamt schaut die situation bei den herren zumindestens quantitativ besser aus, aber qualitativ, siehe oben, trifft das prädikat weltklasse meiner bescheidenen meinung nur auf hammarberg/berger zu.
So und jetzt zum abschneiden der weltklasse nation österreich bei den beachvolleyballeuropameisterschaften. Klinger/klinger sind bei den damen nach einem sieg in der gruppe gleich darauf in der ersten ko-runde ausgeschieden. Bei den herren hat es der dreiundvierzigjährige alex horst (https://www.fivb.com/players/players-database/player/103677) mit seinem ebenfalls nicht mehr als jungspund durchgehenden dreiundreißigjährigen ersatzpartner chriszoph dressler nach drei niederlagen nicht in die ko-phase geschafft. Hammarberg/berger hat es überraschend schon im achtelfinale erwischt und waller/pristauz eine runde später im viertelfinale. Weltklassewürdig war das nicht so ganz, getraue ich mich zu sagen.
Ah ja, und der bär hat dort bei den achtelfinali noch nicht so richtig gesteppt. Das motto unter den zuseher:innen war vermutlich an sister sledge angelehnt: we are family.
A propos weltklasse und so: also wenn man wirkliche weltklasse beachvolleyballduos am werk sehen will, dann sollte man sich, solange noch möglich auf https://on.orf.at das semifinale zwischen den schwedischen duos ahman/hellvig und hölting nilsson/andersson anschauen und dann noch das finale zwischen den letztgenannten und den norwegern mol/sorum unter https://on.orf.at/video/14335392/beachvolleyball-em-2026-halbfinale-der-herren-aus-stare-jablonki-in-voller-laenge und unter https://on.orf.at/video/14335412/beachvolleyball-em-2026-finale-herren-aus-stare-jablonki-in-voller-laenge. Die neuen europameister hölting nilsson/andersson sind übrigens erst zwanzig und einundzwanzig jahre alt (https://www.fivb.com/players/players-database/player/202200, https://www.fivb.com/players/players-database/player/171940). Und bei allem respekt für hammarberg/berger, und meine werten leserinnen und meine werten leser wissen, dass ich sehr große stücke auf die beiden halte, da gibt’s dann doch noch einen ziemlichen qualitätsunterschied, wenn man die beiden mit hölting nilsson/andersson vergleicht. It’s a long way to go, würden die anglikaner:innen in dem fall sagen.
Ah ja, die mediale aufbereitung der eurobeachvolley von seiten der cev war unter jeder sau. Alles was sich unter https://www.cev.eu fand war dieser link unter https://eurobeachvolley.cev.eu/en/2026/ der informationstechnisch eher als ausbaufähig bezeichnet werden muss. Dort wurde absurderweiseder media accreditation eingeräumt mit download links und ähnlichem.
Der livescore hingegen war auf der alten im schicken …äh, das ist jetzt politisch nicht korrekt… ostblockdesign daherkommenden cev website nach langem suchen zu finden. Sonst gab’s eher nichts mehr an infos. Traurig eigentlich und das lässt für die aufbereitung der eurovolley 2026 auf der website der cev das schlimmste befürchten.
Dankenswerterweise hat der övv auf seiner website, zwar ein bisschen versteckt, aber immerhin den sehr brauchbaren link https://www.fivbeach.com online gestellt. Allen unter meinen werten leserinnen und unter meinen werten lesern, die an einer art nachlese zur eurobeachvolley interessiert sind empfehle ich sich unter https://www.fivbeach.com/tournaments/8938 zu informieren.
So und in der halle wirft die europameisterschaft der damen ihre schatten voraus. Und die schatten sind das övv-damenteam betreffend sehr lang und eher düster. Nach den zwei testspielniederlagen gegen montenegro, und der dabei wohl nur für den trainer erkennbaren steigerung der mannschaft wurde das dritte testspiel gegen deutschland bereits im vorfeld auf der övv website massiv gehypt (https://volleynet.at/articles/899). Was man dem p.t. publikum im rahmen der anküdigung aber wohlweislich verschwieg, war die tatsache, dass die österreichische damennationalmannschaft nicht auf die deutsch a-mannschaft treffen sollte sondern auf ein b-team, quasi eine u23 nationalmannschaft, da die „echte“ nationalmannschaft, schon vor ein paar tagen nach istanbul angereist war, wo sie ihre grupenspiele bestreiten wird. Und trotzdem, und weil aller guten dinge bekanntlich drei sind, setzte es im dritten testspiel die dritte niederlage für das övv damenteam. 1:3, mit satzergebnissen 16:25 (!), 13:25 (!!), 25:19 und 22:25. Ich mag die auslassungen des trainers gar nicht mehr zitieren und schon gar nicht mehr kommetieren. Wenn es sich die eine unter meinen geschätzten leserinnen oder der andere unter meinen lesern antun möchte, dann nur zu, unter https://volleynet.at/articles/902 kann man das geschwafel schwarz auf weiß nachlesen.
Ah ja, apropos geschwafel und so: von dem gab es mehr als genug bei der unter https://volleynet.at/articles/903 groß angekündigten pressekonferenz. Ich hab mir die gesmate pressekonferenz angehört und es war sehr …äh… viel heiße luft. Wer netsprechend schmerzbefreit ist kann sich unter https://sport.orf.at/av/video/onDemandVideoSport66528 ein bild machen. Dass raphael dobler, der die pressekonferenz moderierte, an die am podium anwesenden nur wohlfühlfragen stellte war ja irgendwie zu erwarten und auch verstänldlich. Dass aber von den anwesenden journalist:innen gearade einmal zwei harmlose fragen gestellt wurden, und die offenbar von der gleichen person, zeigt wieder einmal das interesse der journalist:innen am volleyball und deren vorbereitung auf eine solche pressekonferenz. Man hätte beispielsweise fragen können, wie es sein kann, dass die mannschaft zwei testspiele gegen montenegro, den 27. der europäischen rangliste verliert und dabei in den sechs verlorenen sätzen nie über zwanzig punkte gekommen ist, man hätte fragen können wie eine 1:3 niederlage gegen deutschland b einzuordnen ist, man hätte auch fragen können, warum kein österreichischer damenverein in der saison 2026/2027 an europäischen clubbewerben teilnehmen wird. Aber das würde – wie oben angeführt kritisches interesse und eine gewisse vorbereitung erfordern. Und man darf sich das vermutlich als medienkonsument:in gar nicht erwarten in einem land, in dem es keinen kritischen sportjournalismus gibt, dafür aber ein enge verhaberung der meisten sportjournalist:innen mit sportfunktionär:innen.
Ah ja, a propos mangelndes interesse und so: spannend an der pressekonferenz war ja auch, dass man nicht sehen konnte oder wahrscheinlich durfte wie viele journalist:innen überhaupt bei der pressekonferenz anwesend waren. Ein schelm der böses dabei denkt.
Also ich wünsche den spielerinnen alles gute und viel glück bei der eurovolley, mögen sie meine befürchtungen die resultate betreffend lügen. Ich lasse mich geren überraschen.
So, und weil das gerade ganz aktuell ist, und weil es in der pressekonferenz auch um die gleichbehandlung und gleichberechtigung von athletinnen mit ihren männlichen kollegen gegangen ist ein link zum sportthema des tages, und nein das ist nicht die teilnahme der österreichischen damenvolleyballnationalmannschaf an der europvolley, sondern die boykottdrohungen von eishockeynationalteamspielerinnen, nachzulesen unter https://www.derstandard.at/story/3000000336013/boykott-nichteinberufungen-verbandsfiasko-was-hinter-dem-wirbel-im-frauen-eishockey-steckt.
Ah ja, und auch der artikel unter https://www.derstandard.at/story/3000000334587/kameras-sollen-sportlerinnen-zeigen-nicht-blossstellen passt auch zum thema frauen, sport und gleichberechtigung. Und hat mich wieder an das bekleidungsthema im beachvolleyball erinnert.
Ich bin ja gespannt, wie lange ich meinen neuen schlusssatz noch verwenden kann bzw. muss.
Bleibt das jetzt so?
Wien, 19.08.2026, 01:25 cet


























