Wien, 16.09.2026, 21:57 cet
Liebe freunde und freundinnen des gepflegten volleyballs,
So, ganz ungewohnt schreibe ich meinen dieswöchigen an einem mittwoch. Krankheitsbedingt war ich gestern nicht in der lage dazu. Ich fühl‘ mich auch heute noch nicht so ganz wohl und werde mich daher kurz halten. Aber die nachrichten über das ende des blogs sind stark übetrieben, um ein zitat von mark twain etwas abzuwandeln (https://www.zitate7.de/29567/Die-Nachrichten-ueber-meinen-Tod-sind.html).
Und als erstes geht’s, wie gewohnt in die sandkiste. Da standen die u22 beachvolleyball-europameisterschaften auf dem programm. Und da ist es dann nicht so gut gelaufen wie beim u20 bewerb. Ttrotz hoher erwartungen beim övv blieben dieses mal die medaillengewinne aus, für berger/hohenauer bei den damen und für boyd/sponer bei den herren war dieses mal schon im viertelfinale endstation (https://beachevents.cev.eu/beach/competition/1886,https://beachevents.cev.eu/beach/competition/1887).
National standen die österreichischen meisterschaften im beachvolleyball auf dem programm und dazu hat mir ein treuer leser meiner einträge eine e-mail geschrieben, in der er sich über die ansetzung und den austragungsort kritisch äußert. Ich erlaube mir dazu einen satz aus seiner e-mail wörtlich zu zitieren: „Null stimmung, null atmosphäre, kalte temperaturen, und ein 7000 zuschauer fassender center court, auf den sich 300 Leute verirren.“ Mehr braucht eigentlich gar nicht zu wissen, über eine offenbar organisatorisch buchstäblich in den sand gesetzte veranstaltung. Zwei fragen stellen sich da sofort: warum setzt man die meisterschaften so spät im jahr an und warum in kitzbühel, dass man eher mit den hahnenkammrennen und tennis assoziert als mit beachvolleyball. Irgendeine halbschlaue reklärung wird es wohl geben, aber ich bin mir sicher, dass man die von seiten des övv, wie üblich, nicht öffentlich machen wird. Nichtsdestotrotz, gratulation an die neuen österreichsichen meister:innen im beachvolleyball, klinger/klinger bei den damen und pristauz/waller bei den herren, und deren betreuer:innen (https://volleynet.at/articles/1790).
Aber nochmals zurück zum termin der meisterschaften. Die späte ansetzung ist nicht nur des möglichen wetters wegen riskant, sondern – noch viel schwerwiegender – für die spieler:innen, von denen viele nicht nur am sand sondern auch in der halle vereinsmäßig volleyball spielen, und deren vereinstrainer:innen ein ernstes problem, da das hallentraining ausgesetzt werden musste solange die spieler:innen am sand aktiv waren.
Ich habe schon vor längerer zeit hier zur diskussion gestellt, ob man es sich in österreich mit den vorhandenen personellen und finanziellen resourcen überhaupt leisten kann auf zwei hochzeiten zu tanzen, also sowohl im beachvolleyball wie auch im hallenvolleyball, international mitmischen zu wollen. Mir fallen auf die schnelle serbien, bulgarien, finnland, belgien, slowenien als ein paar beispiele ein für absolute topnationen im hallenvolleyball, die in der sandkiste quasi nicht vorhanden sind. Ich werde versuchen zu diesem punkt ein wenig zu recherchieren für einen meiner nächsten einträge.
Ah ja, a propos hallenvolleyball: da läuft ja gerade die eruovolley der herren, mit zum teil überraschenden ergebnissen. Die größte überraschung für mich ist dänemark, das in einer gruppe mit finnland, serbien, belgien, etsland und holland den vierten platz und damit die quali für das achtelfinale schaffte (https://www-old.cev.eu/Competition-Area/CompetitionStandings.aspx?ID=1572).
Und das spiegelt sich auch in der weltrangliste wieder, in der gegenwärtig dänemark mit 144 punkten auf platz 26 liegt und österreich mit 77 punkten auf platz 57 zwischen taiwan und san marino (https://en.volleyballworld.com/volleyball/world-ranking/men?).
Das hat 2021 noch ganz anders ausgeschaut, da hielt dänemark bei 92 und österreich bei 100 punkten (https://en.volleyballworld.com/volleyball/world-ranking/men?).
Und dänemark ist sehr gut mit österreich vergleichbar, sozioökonomisch (https://de.wikipedia.org/wiki/Dänemark,https://de.wikipedia.org/wiki/Österreich) und hat wie österreich keine tradition im volleyball. Was ist da in den letzten 5 jahren passiert? Da wurde offenbar auf seiten des övv der anschlusszug verpasst, sodass für das stopfen des anschlussloches schon ein ziemlich großes stopfholz und sehr viel stopfwolle benötigt werden wird. Anbei ein bild eines stopfholzes unter https://www.ischlerholzhandwerk.at/shop/stopfholz-12cm/, da ich mir ziemlich sicher bin, dass zumindest die jüngeren unter meinen geschätzten leserinnen und unter meinen geschätzten lesern nicht wissen, was ein stopfholz ist und wie es aussieht. Ich habe ja schon früher exkursionen nach slowenien vorgeschlagen. Jetzt würde sich dänemark für so eine fact finding mission anbieten. Aber wie ich den övv kenne wird man sich in gewohnter weise wieder alles schönreden und weiterhin im eigenen saft dahinköcheln. Aber bei der nächsten pressekonferenz könnte sich vielleicht einmal ein(e) anwesende(r) journalist:in getrauen, die frage zu stellen, wie es dänemark inerhalb von 5 jahren den weg vom jausengegner in die erweiterte weltspitze geschafft hat und warum man das in österreich auch nicht nur annähernd schafft.
2013 und 2014 gab es übrigens internationale bewerbspiele zwischen österreichs herrennationalmannschaft und dänemark, bei denen man ja geradezu auf …äh… augenhöhe oder sogar leicht darüber war.
Und 2015 ist das anschlussloch dann aufgegangen.
Ich bin ja gespannt, wie lange ich meinen neuen schlusssatz noch verwenden kann bzw. muss.
Bleibt das jetzt so?
Wien, 17.09.2026, 00:01 cet





































